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Martin Vorwerk
Klavierunterricht
in Herdecke und Umgebung

Konzept

Das Konzept des Klavierunterrichts fußt zum einen grundlegend auf der Waldorfpädagogik, also der pädagogischen Berücksichtigung eines Schülers als ganzen Menschen hinsichtlich seiner körperlichen, seelischen, geistigen Entwicklung, deren allgemeiner Gesetzmäßigkeit in seiner Biographie, sowie auch deren individueller Ausprägung durch seine Persönlichkeit, und zum anderen auf den Notwendigkeiten, die das Erlernen der Kunst des Klavierspiels erfordert.

Dieser Ansatz, den Menschen ganzheitlich zu sehen und ihm lehrend bei der Entwicklung seiner eigenen Persönlichkeit zu helfen, führt dazu, im Klavierunterricht als musikalische Ausbildung am Instrument vorerst bei Kindern und Anfängern das allgemeine pädagogische, wie z. B. Willenserziehung zum eigenständigen Üben, Harmonisierung des Seelenlebens durch die Fähigkeit zu musizieren, in den Vordergrund zu stellen und dann im Laufe der Zeit bei Jugendlichen und Fortgeschrittenen, vor allem, wenn sich hinsichtlich des Klaviers eine berufliche Ausrichtung zeigt, die Erfordernisse für eine umfassende pianistische Ausbildung bestimmend werden zu lassen.

Der zeitliche Gang gliedert sich im Unterrichtskonzept nach Klavierklassen und in verschiedene Fachgebiete. Die Klavierklassen, dreizehn an der Zahl und in Stufen zusammengefasst, schaffen, wie die üblichen Schulklassen von der Einschulung bis zum Abitur, den allgemeinen pädagogischen Rahmen einer zeitlichen Ausbildung, die Fachgebiete ergeben sich aus den Erfordernissen einer pianistischen Ausbildung. Im Untermenü ist eine Tabelle mit den Klavierklassen zu sehen, welche jeder Schüler zu Beginn seiner Ausbildung erhält und die durch Abhaken erledigter Bereiche jederzeit eine grobe Übersicht über den individuellen Ausbildungsstand ermöglicht.

Im Folgenden sollen die wesentlichen Punkte der Fachgebiete des Unterrichtskonzeptes dargestellt werden, wobei die Belange einer Ausbildung am Klavier im Vordergrund stehen. Bezüglich der im Hintergrund wirksamen Waldorfpädagogik im Allgemeinen sei auf die reichhaltig zur Verfügung stehende Fachliteratur verwiesen.

    Fachgebiet Fingerübungen

    In der Unterstufe beginnt ab der sechsten Klavierklasse die gezielte Ausbildung der Technik am Klavier. Arbeitsliteratur ist ‚Die wichtigsten Fingerübungen‘ von Dohnanyi. Anlass für den Zeitpunkt des Beginns ist aus pädagogischen Gründen das zwölfte Lebensjahr, in welchem bei Kindern üblicherweise entwicklungsbedingt ein Interesse an der Ausbildung zur Technik und entsprechender Beherrschung des Körpers erwächst. Dies bedeutet aber nicht, dass kleinere technische Übungen nicht vorher, je nach Bedarf, in den Unterricht einfließen, sondern nur den Start eines eigenständigen Fachgebietes mit entsprechendem regelmäßigem Zeitaufwand, welcher zu investieren ist. Anfänger, die zwölf oder älter sind, beginnen direkt mit diesem Fachgebiet, auch wenn in anderen Bereichen noch früher angesetzt werden muss.

    Fachgebiet Blattspiel

    In der Anfangsstufe beginnt ab der dritten Klavierklasse die gezielte Ausbildung der Fähigkeit vom Blatt zu spielen. Arbeitsliteratur ist zuerst ‚Erstes Klavierspiel‘ Band 1 von Emonts, dann die mehrbändige Reihe ‚Stunden mit den Meistern‘ von Bradley und anschließend ‚Das Meisterbuch‘ Band 1 und 2 von Edition Peters. Hinzu kommt in zwei Klavierklassen Literatur zum Vierhändigspiel. Anlass für den Zeitpunkt des Beginns ist aus pädagogischen Gründen das neunte Lebensjahr, in welchem bei Kindern üblicherweise entwicklungsbedingt ein Interesse an der Notenschrift und deren Handhabung erwächst. Anfänger, die neun oder älter sind, beginnen direkt mit diesem Fachgebiet und überspringen die ersten beiden Klavierklassen, da diese vom Alter her keinen Ansatz mehr bieten. Im Unterricht selbst wird in regelmäßigen Abständen auch das ‚Prima Vista‘ Spiel geübt.

    Fachgebiet Theorie

    In der Anfangsstufe beginnt ab der ersten Klavierklasse die gezielte Ausbildung in der Theorie. Arbeitsliteratur sind zunächst Aufzeichnungen im eigenen Notenheft des Schülers, ab der dritten Klavierklasse ein selbst zu gestaltendes Klavierbuch mit einzelnen Kapiteln und ab der neunten Klasse ausgewählte Fachliteratur, wie z.B. ‚Die neue Harmonielehre‘ von Haunschild oder ‚Allgemeine Musiklehre‘ von Ziegenrücker, die zu bearbeiten ist. Der Umgang mit der Theorie wächst, dem Alter der Schüler entsprechend, vom spielerisch fragmentarischen Kennenlernen der Grundlagen bis hin zum soliden umfangreichen Arbeiten in Fachbereichen.

    Fachgebiet Übstück

    In der Anfangsstufe beginnt ab der ersten Klavierklasse die gezielte Ausbildung im Werkstudium, dem Zentrum der Ausbildung am Klavier. Arbeitsliteratur sind frei vom Schüler wählbare Werke aller Stilrichtungen, sofern sie vom Schwierigkeitsgrad her gesehen passen. In den ersten zwei Klavierklassen werden vorwiegend Kinderlieder ausgewählt, die nach Gehör gelernt, mit einfacher Liedbegleitung versehen und zusammen mit dem Lehrer in ein eigenes gestaltetes Notenheft eingetragen werden. Ab der dritten Klavierklasse werden gedruckte Werke aus der ganzen Bandbreite von Klassik bis Pop ausgesucht. Wesentlich ist, dass der Schüler seinen musikalischen Zugang am Klavier findet, um im aktiven Musizieren zu leben. Wenn nötig wird allerdings darauf geachtet, dass keine Einseitigkeit entsteht durch verharren in einem Stil. Hier ist das regelmäßige Vorspiel des Lehrers von unterschiedlichster Literatur mit freilassender eigener Musizierfreude viel dienlicher, als bestimmendes Ermahnen oder gar Vorschreiben von zu übender Literatur. In höheren Klassen kommt allerdings dann die umfassende pianistische Ausbildung mehr zum tragen, die Vertrautheit mit möglichst vielen Stilen, Komponisten und auch die Beschäftigung mit Standardwerken der Klavierliteratur erfordert. Ziel des Werkstudiums ist es, dass der Schüler dem Werk nach seinen besten Kräften gerecht wird, sich nach seinen Möglichkeiten darin ausdrücken kann und dabei musikalisch reift und weiter entwickelt. Der Umgang mit dem Werkstudium wächst dem Alter der Schüler entsprechend vom spielerisch freudigen Leben im Klavierspiel bis hin zum soliden Arbeiten im Bereich der Interpretation mit den dazugehörigen Techniken.

    Fachgebiet Alte Stücke

    In der Anfangsstufe beginnt ab der ersten Klavierklasse die gezielte Ausbildung der Repertoirepflege. Arbeitsliteratur sind alle vom Schüler einstudierten Werke, solange dieser sie im Repertoire halten will. Sofern das Repertoire nicht leidet, ist dieser Arbeitsbereich zeitlich gesehen auch offen für freies Blattspiel nach Lust des Schülers, oder auch für freie Kompositions- und Improvisationsversuche mit den bisher erworbenen Fähigkeiten.

    Fachgebiet Klassenvorspiel

    Für alle Schüler aller Stufen findet einmal im Jahr vor den Sommerferien ein Klassenvorspiel als Klavierschülerkonzert statt. In der hierfür notwendigen Vorbereitung findet die Ausbildung für eine Vorspielsituation statt mit besonders gründlichem Werkstudium, zielgerichtetem Üben auf ein feststehendes Datum hin, Training von Stressbewältigung, Umgang mit pianistischen Fehlern und Aussetzern. Als Höhepunkt des Unterrichtsjahres bietet sich den Schülern im Klassenvorspiel des Weiteren die wichtige Möglichkeit, sich mit ihren Fähigkeiten einem größeren Publikum zu präsentieren, sowohl Lob von den Zuhörern als auch Selbstkritik zu erleben, andere Schüler in ihrem Vortrag wahrzunehmen und sich selbst mit anderen zu vergleichen.

    Spezielle Fachgebiete

    In der Ausbildung am Klavier werden auch spezielle Fachgebiete angerissen, die je nach Veranlagung und Bedarf des Schülers als Projekt Bestandteil des Unterrichts sein können. Hierzu gehört Liedbegleitung, Ensemblespiel, Gehörbildung, Arrangement, Notendiktat oder Komposition. Umfang und Dauer der Projekte richten sich nach den Bedürfnissen der Schüler oder aber bei studierwilligen nach den fachlichen Erfordernissen.

Großer Wert wird im Unterricht auf die Erlangung der Fähigkeit zum eigenständigen Üben gelegt und auf die Vermittlung der hierfür benötigten verschieden Techniken. Die vorgeschriebene Übzeit reicht von 15 Minuten täglich in der dritten Klavierklasse bzw. bei neunjährigen, bis zu 60 Minuten in der neunten Klavierklasse bzw. bei fünfzehnjährigen mit anschließender Option der Steigerung, wenn weiteres Fortschreiten gewollt ist, oder wenn bei einem Schüler gar die Absicht zum Studium erwächst.

Der zeitliche Gang durch die Klavierklassen und die Fachgebiete ist natürlich individuell sehr verschieden, da der Klavierunterricht doch größtenteils im Bereich des Hobbys gesehen wird, was ja nicht unberechtigt ist. Die meisten Schüler beginnen irgendwann nach Schuleintritt oder als Erwachsene mit dem Klavierunterricht, müssen bezogen auf ihr Lebensalter hinsichtlich der Klavierklassen nacharbeiten, brauchen je nach Begabung und Fleiß häufig länger als ein Jahr für eine Klasse und hören nach einiger Zeit wieder auf, in der Regel weit vor Beendigung der dreizehnten Klavierklasse. Hin und wieder erscheinen aber auch begabtere Klavierschüler, welche Klavierklassen schneller absolvieren und Arbeitsbereiche vorzeitig angehen können. Dies wird individuell gehandhabt, wie wohl die ganze Struktur des Unterrichtskonzeptes den allgemeinen Rahmen abgibt, die sich an der individuellen Persönlichkeit eines Schülers anzupassen und auszurichten hat, um nicht zum Selbstzweck zu geraten.

Da vom Unterrichtskonzept her gesehen aber nicht die Ausbildung zum Pianisten im Vordergrund steht, sondern die Entwicklung des ganzen Menschen, hier im Bereich des Klavierspiels, ist es das Ziel des Unterrichtskonzeptes, jedem Schüler in der Zeit seiner Arbeit am Klavier nach seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen so viel wie möglich in der Kunst des Klavierspiels auf seinen Lebensweg mitzugeben. Dies kann eine zeitlich kürzere Begegnung mit der Arbeit am Klavier sein, aus der sich anfängliche Fähigkeiten mitnehmen lassen, oder auch eine intensive Ausbildung, die eventuell sogar bis zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule führt.

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Aktualisiert am 29.08.2017